Experten-Interview (Teil 2): Gero Hesse von Bertelsmann über Social Media und Personal Branding als Professional

17. Mai 2010 - 16:48 Uhr

Gero Hesse hat Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing, Organisation und Führung studiert und ist nach seinem Abschluß als Diplom-Kaufmann in der accenture Unternehmensberatung im Bereich Change Management eingestiegen. Dort sammelte er als Berater erste Erfahrungen im Kontext Internet Recruiting. Seit dem Jahr 2000 arbeitet Gero Hesse bei der Bertelsmann AG und ist dort als Senior Vice President für die Themen HR IT Systeme, interne Personaldienstleistungen, Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Employer Branding verantwortlich. Für Bertelsmann verantwortet Gero Hesse die Personalmarketing-Initiative „Create Your Own Career“, die in 2009 mit dem „HR Alliance Award“ sowie mit dem „Personalwirtschaftspreis“ ausgezeichnet wurde. Gero Hesse ist ehrenamtlicher Vorstandssprecher des DAPM (Arbeitskreis Personalmarketing),  Experte für Human Resources beim Personalmarketing-Dienstleister embrace und Betreiber von saatkorn, ein Blog über Social Media und Personalmarketing.

Der 2. bzw. dieser Teil des Experten-Interviews richtet sich an Fach- und Führungskräfte. Der 1. Teil hingegen an Personaler.

Facebook ist mit mittlerweile über 450 Mio. Nutzern DIE Plattform im Internet. Kein Wunder, dass mittlerweile viele Firmen dort eine Fanpage haben und auf Facebook aktiv sind. Viele Nutzer sind verunsichert, ob ihre Nachrichten/Kommentare von einem potenziellen Arbeitgeber gelesen werden (können). Ist die rein private Nutzung von Facebook Vergangenheit?

Gero Hesse: Das hängt stark davon ab, wie die Nutzer selbst mit dem Medium umgehen. Ich selbst kann nur einen persönlichen Tip geben: wenn ich nicht möchte, dass bestimmte Daten, Bilder oder Informationen von mir öffentlich werden, sollte ich selbst entsprechend restriktiv damit umgehen. Facebook bietet ja durchaus die Möglichkeit, bestimmte Daten nur bestimmten Zielgruppen frei zu geben.

Wie soll ich als Nutzer mit dem Trend der Vermischung von Beruflichem und Privatem in sozialen Netzwerken umgehen?

Gero Hesse: Das ist eine rein subjektive Entscheidung. Ich selbst akzeptiere die Vermischung. Wer aber nicht möchte, dass die Informationen sich mischen, sollte entsprechend seine eigenen Daten nur den jeweils relevanten Zielgruppen (beruflich oder privat) frei geben. Es wird spannend sein, zu sehen, ob hieraus nicht mittelfristig eine gewisse Zurückhaltung dem Thema Social Media gegenüber resultiert. Für manche Zielgruppen kann ich mir dies durchaus vorstellen.

Vor diesem Hintergrund stehen Mitarbeiter zunehmend vor dem “Problem”, dass ihre Chefs sie auf Facebook hinzufügen. Aber vielleicht wollen sie das gar nicht. Wie sollen die Mitarbeiter Deiner Meinung nach damit umgegangen werden? Wie handhabst Du als Führungskraft dieses Thema?

Gero Hesse: Ich selbst gehe mit dem Thema ganz locker um. Und dies kann ich auch umgekehrt allen Personen nur raten: lasst Euch dort hinzufügen, wo es für Euch – aus welchem Grund auch immer – Sinn macht. Und dort, wo ein gewisses Störgefühl da ist, sollte man auch dazu stehen und nicht „Zwangsfreundschaften“ eingehen.

Eine überraschende Erkenntnis aus unserer Social Media Studie, die wir bei Studenten durchgeführt haben ist, dass Studenten durchaus Interesse an offiziellen Unternehmensinformationen und Stellenanzeigen haben. Wir hätten den Wunsch nach “authentischen” Informationen wie Insider- oder Mitarbeiter-Informationen höher eingeschätzt. Habt Ihr Auswertungen dazu, welche Informationen die Fans oder Nutzer (bei Bertelsmann) interessiert?

Gero Hesse: Meiner Meinung nach ist das ein Mix aus beidem. Wir haben das nicht empirisch analysiert, sondern entwickeln unsere Inhalte derzeit stark aus dem Bauch heraus und aus dem Feedback unserer Nutzer . Im Social Media Kontext ist das Thema Authentizität immer wichtig. Für mich macht ein guter Mix aus Fakten, Insider-Informationen, Tips und echten Testimonials den Erfolg aus. Möglicherweise werden wir dieses Thema dann näher beleuchten, wenn wir mit dem Feedback, welches wir bekommen, nicht mehr zufrieden sind. Aktuell sehen wir hier aber keinen Handlungsbedarf.

Was glaubst Du wird vor dem Hintergrund von dem rasanten Wachstum von Facebook mittelfristig aus StudiVZ?

Gero Hesse: Gute Frage und ohne Glaskugel schwer zu beantworten. Facebook hat – spätestens dann, wenn Schüler und Studenten das erste Mal für ein Praktikum im Ausland waren – einfach den immensen Vorteil der Internationalität. Dennoch wird es zumindest aus meiner Sicht auch weiterhin den Bedarf für rein nationale, regionale oder lokale Netzwerke geben.

Social Media ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Ist die Erfahrung in dem Bereich mittlerweile auch ein Einstellungskritierium bei Unternehmen?

Gero Hesse: Ich kann hier nur für Bertelsmann sprechen. Sicherlich gibt es bei uns Jobs, für die Erfahrung in und mit Social Media Grundvoraussetzung sind. Gleichzeitig gibt es aber natürlich auch eine Vielzahl von Jobs, die lediglich indirekt von einer Social Media Kompetenz eines Bewerbers profitieren. Ich würde hier als Bewerber davon ausgehen, dass – ähnlich wie es empfehlenswert ist, eine Kompetenz in der Anwendung gewisser Computerprogramme mitzubringen – eine grundlegende Kompetenz im Umgang mit Social Media schon als gewinnbringend angesehen werden wird.

Rätst Du Kandidaten sich eine Personal Brand aufzubauen und aktiv über Social Media zu pflegen?

Gero Hesse: Der Aufbau eines Netzwerkes über Social Media ist aus Kandidatensicht dann eine sinnvolle Angelegenheit, wenn es nicht nur um das reine Sammeln von Kontakten, sondern um den Aufbau eines echten Netzwerkes geht. Hier sind meiner Meinung nach zu viele Personen einfach auf der „Jagd“ nach Kontakten, Followern oder „Freunden“. Oft gilt hier: weniger ist mehr. Der Aufbau einer Personal Brand ist dann sinnvoll, wenn diese Brand kein reiner Selbstzweck ist, sondern damit eine Kompetenz in bestimmten berufs- oder karriere-relevanten Kontexten hergestellt werden kann. Eine Marke als reiner Selbstzweck ist nicht ausreichend. Auch hier gilt: der Inhalt muß stimmen und wenn mittels einer Brand Kompetenz in einem relevanten Fachgebiet ausgestrahlt wird, sehe ich dies sehr positiv.

Was kannst Du Fach- und Führungskräften an Karriere-Tipps geben, um im Social Media Zeitalter Karriere zu machen?

Gero Hesse: Keine spezifischen Social Media Tips, sondern: sei Du selbst und habe Spaß an dem, was Du machst.

Gero, nochmals vielen Dank für diese beiden spannenden Interviews und weiterhin viel Erfolg !

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Studie zu Enterprise 2.0 – Konsequenzen für die Arbeitswelt von morgen

6. Mai 2010 - 13:00 Uhr

Seit einiger Zeit geistert das Schlagwort „Enterprise 2.0“ durch Wissenschaft und Praxis. Die Chancen und Risiken, die sich daraus ergeben, sowie die Auswirkungen auf die Arbeits- und Unternehmenskultur sind jedoch noch weitestgehend unerforscht. Der Begriff “Enterprise 2.0″ umfasst aber nicht nur die Tools selbst, sondern vielmehr eine Tendenz in Richtung einer neuen Arbeitskultur und -organisation: weg von der hierarchischen und zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden.

Zudem verstehen wir bei Talential uns als ein Enterprise 2.0 und leben eine transparente, innovative und soziale Unternehmenskultur. Über diese Erfahrungen halten wir Vorträge und schreiben Blog-Beiträge.

Aus diesen beiden Gründen arbeiten wir neben der Social Media Studie gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Organisation & Personalmanagement (Prof. Dr. Thorsten Petry) an der Wiesbaden Business School, der networx Holding GmbH und der Hewitt Associates GmbH an einer zweiten empirischen Studie zum Thema “Enterprise 2.0 – Konsequenzen für die Arbeitswelt von morgen”.

Um aussagekräftige Daten zu erhalten, benötigt die Forschungsgruppe Ihre Unterstützung. Wir bitten daher um Ihre Teilnahme unter:

http://www.wbs.hs-rm.de/umfragen/enterprise-2-0/

Als Dank für Ihre Teilnahme am 5-minütigen Fragebogen erhalten Sie – bei Interesse – ein Ergebnisprotokoll mit allen Kernergebnissen der Studie. Die Teilnahme erfolgt selbstverständlich anonym.

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Studie zur Nutzung von Social Media im Employer Branding und im Online-Recruiting

28. April 2010 - 07:38 Uhr

Social Media ist in aller Munde, das zeigen die rasanten Wachstumszahlen von Facebook, Twitter & Co. Im Bereich Employer-Branding sind bereits insbesondere die großen Konzerne aktiv und betreiben beispielsweise eine Facebook-Fanpage, einen Twitter-Account oder Schreiben einen Unternehmensblog. Ob die Unternehmen damit bei der Zielgruppe der Fach- und Führungskräfte jedoch wirklich ihre Bekanntheit erhöhen, ist noch ungeklärt. Gleiches gilt für die Nutzung von Social Media im Online-Recruiting (Social Media Recruiting). Aber wie wir schon in unserer Social Recruiting Prognose geschrieben haben:

“Allerdings wissen auch 2010 viele Arbeitgeber noch nicht wie sie am Besten mit ihrer Kandidaten-Zielgruppe auf den sozialen Kanälen kommunizieren sollen. Das Problem fängt aber schon früher an: Etliche wissen nicht wo die Zielgruppe sich aufhält und angesprochen werden kann oder besser gesagt angesprochen werden will.”

Aus der beschriebenen Entwicklung ergeben sich unterschiedliche Fragestellungen, die im Rahmen einer empirischen Untersuchung des Lehrstuhls für Organisation & Personalmanagement (Prof. Dr. Thorsten Petry) an der Wiesbaden Business School, Talential.com sowie der Zeitschrift Personalwirtschaft analysiert werden sollen. Hierbei werden sowohl die  Perspektive von Unternehmen als auch von Fach- & Führungskräften berücksichtigt und miteinander abgeglichen (eine Studie zur Social Media Nutzung von Studenten hatten wir bereits durchgeführt).

Um aussagekräftige Daten zu erhalten, ist das Forscherteam auf Ihre Unterstützung angewiesen. Deshalb bitten wir Sie, sich 5 Minuten Zeit zu nehmen und den Onlinefragebogen auszufüllen. Es gibt einen Fragebogen für Unternehmen und einen für Fach- und Führungskräfte (gerne auch beide, wenn beides auf Sie zutrifft). Ihre Teilnahme erfolgt anonym. Wenn Sie eine E-Mail-Adresse hinterlassen, erhalten Sie einen Ergebnisbericht.

http://www.wbs.hs-rm.de/umfragen/social-media-personalwirtschaft/

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme. Danke.

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HR-Trends gefragt: Social-Media Karriere-Tipps für Fach- und Führungskräfte

3. Februar 2010 - 16:44 Uhr

Vor dem Hintergrund unserer Prognose “Social Media Recruiting 2010″ geben HR-Experten in einem kurzen Interview Fach- und Führungskräften Karriere-Tipps im Social Media Zeitalter. Es sprechen Michael Lazik (Director Central Europe von Stepstone Solutions GmbH Sales),  Dr. Volker Teschke (Geschäftsführer der Jobwiwi GmbH) und Matthias Olten (Leiter Stellenmarkt von Kalaydo GmbH & Co. KG).

So raten die HR-Experten, “sich vorsichtig im Internet darzustellen”. Es sollte ein stimmiges und von einem selber gewünschtes Bild entstehen. Private Partybilder könnten daher nicht vorteilhaft sein. Denn Spuren im Internet bleiben ein ganzes Leben lang. Zudem führen auch Personaler in den üblichen Social Media Kanälen Background Checks durch.

Im Rahmen unserer Serie “HR-Trends” gibt es auf unserem Blog noch weitere spannende Interviews.

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Die überraschende Wahrheit über Motivation

28. Oktober 2009 - 11:03 Uhr

Dan Pink, Bestseller-Autor und ehemaliger Redenschreiber von Al Gore, spricht über Motivation. Die überraschende Erkenntnis dabei ist:

There´s a mismatch between what science knows and what business does

So funktionieren monetäre Anreize bei (routinierten) Aufgaben, die ein klares Ziel haben. Bei kreativen und konzeptionellen Aufgabenstellungen funktionieren monetäre Anreize hingegen nicht.

Insbesondere Fach- und Führungskräften sowie Karriere-Interessierten ist dieses Video daher zu empfehlen.

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“HR-Trends gefragt”: Florian Schiffer auf der Zukunft Personal 2009

29. September 2009 - 14:41 Uhr

Auf der Zukunft Personal 2009 haben wir dem Stand von Absolventa einen Besuch abgestattet. Als Key Account Manager bei Absolventa und aktiver “Twitterer” setzt Florian Schiffer sich intensiv mit den Themen Recruiting und Social Media auseinander.

In dem Video gibt Florian Schiffer Jobsuchenden im Social Media Zeitalter Tipps ihre Karriere zu beschleunigen und spricht über die Zukunft von sozialen Netzwerken, Online-Stellenbörsen und Twitter.

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PERI und Talential.com in der Personal: Direktansprache im Recruiting

12. September 2009 - 16:57 Uhr

Zusammen mit unserem Kunden PERI haben wir einen Artikel zur Direktansprache im Recruiting geschrieben. Dieser wurde in der September Ausgabe der Zeitschrift Personal veröffentlicht. Hier ein kurzes Zitat:

Auch wenn die aktuelle Krise den Fachkräftemangel relativiert, geht der Wettbewerb um die richtigen Kandidaten weiter – und wird schärfer werden. Denn hochqualifizierte Mitarbeiter sind der Grundstein für Innovation und somit für den Erfolg.

Wir bedanken uns bei PERI und der Personal für die gute Zusammenarbeit und freuen uns über die Veröffentlichung.

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5. Karrieretag Familienunternehmen in Ulm

4. September 2009 - 17:12 Uhr

Unser Partner der Entrepreneurs-Club veranstaltet am 13. November 2009 den 5. Karrieretag für Familienunternehmen, der unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg stattfindet.

Renommierte Familienunternehmen und “Hidden Champions”, wie z.B. Adolf Würth, Hilti, SieMatic, PERI, Caparol oder WIV Wein, rekrutieren dort Führungs(nachwuchs)kräfte. Wir freuen uns,  dass mit PERI auch ein Kunde von uns Vor-Ort sein wird, mit dem wir gerade erst einen gemeinsamen Artikel in der Zeitschrift Personal veröffentlicht haben.

Vorteile von Familienunternehmen sind häufig flache Hierarchien, direkte und offene Kommunikation und schnelle Übernahme von Verantwortung. Entscheider und Firmenvertreter sind Vor-Ort, um in einem persönlichen Rahmen verbindliche Gespräche zu führen.

Zielgruppe: insbesondere Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure – vom Absolventen bis zur Fach- und Führungskraft mit bis zu 10 Jahren Berufserfahrung

Wo: IHK in Ulm

Bewerbungsfrist: aufgrund der großen Nachfrage verlängert bis zum 12. Oktober

Weitere Informationen und Bewerbung: www.karrieretag-familienunternehmen.de

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